Fachkräftemangel und Lieferengpässe bei Arzneimitteln

Der Fachkräftemangel ist auch in den Apotheken zunehmend spürbar und bei den Lieferengpässen stellt sich keine Entspannung ein. Beides setzt die Apothekenteams zunehmend unter Druck. Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse setzt sich auf politischer Ebene sowie in enger Zusammenarbeit mit den Behörden und weiteren Stakeholdern dafür ein, nachhaltige Lösungen für diese angespannte Situation zu finden.

Fachkräftemangel

Apotheken sind ein fester Bestandteil der medizinischen Grundversorgung und wichtige Arbeitgeber für Apothekerinnen und Apotheker, Pharmaassistentinnen und Pharmaassistenten, Verkaufs- und übriges Personal sowie Lernende. Durchschnittlich beschäftigt jede öffentliche Apotheke 12 Personen (davon 4 Apothekerinnen und Apotheker). Auch in den Apotheken sind jedoch der Fachkräftemangel, steigende Lohnkosten sowie der Trend zur Teilzeitarbeit deutlich spürbar. Die Apothekenteams kompensieren dies durch gesteigerte Effizienz, um dennoch tagtäglich die Bedürfnisse ihrer Kundinnen und Kunden zu erfüllen. Dies ist aber langfristig nicht nachhaltig. Damit sich der Fachkräftemangel nicht weiter zuspitzt, ist es wichtig, dass die Ausbildungsplätze in der Schweiz gesichert sowie die Anerkennung ausländischer Diplome weiter vereinfacht wird. Zudem fordert pharmaSuisse eine Anpassung der Stellvertretungsregelung.

Versorgungsengpässe

bei Arzneimittel

Die Versorgungsengpässe und -lücken im Arzneimittelbereich sind auf einem neuen Höchststand: Zurzeit fehlen über 1000 unterschiedliche Medikamente. Ursachen sind vor allem Nachfrageschwankungen, die Globalisierung der Herstellung, ungenügende Rentabilität oder der kleine Schweizer Markt. Unter den Folgen dieses Phänomens leiden in erster Linie die Patientinnen und Patienten, deren Therapie durch Versorgungsengpässe beeinträchtigt werden kann. Für die Apothekerinnen und Apotheker ist die Suche nach oft teureren alternativen Medikamenten zudem mit hohem administrativem Aufwand verbunden. Die Apothekenteams sehen sich als erste Anlaufstelle mit höchst verunsicherten Patientinnen und Patienten konfrontiert, fehlen doch auch sehr geläufige Medikamente wie Schmerzmittel, Antibiotika und Medikamente für Kinder. Es gilt also nicht nur sinnvolle alternative Lösungen zu finden, sondern auch die Betroffenen zu beruhigen. 

Globale Problematik

Das Problem der Versorgungsengpässe mit Medikamenten ist mittlerweile ein weltweites Thema, das uns noch sehr lange beschäftigen wird. Kurzfristige Massnahmen, wie die Abgabe von Teilmengen bei Arzneimitteln mit anhaltender Mangellage, können die Situation punktuell entschärfen, jedoch nicht langfristig lösen. pharmaSuisse setzt sich deshalb zusammen mit den Behörden und weiteren Stakeholdern für nachhaltige Lösungen zu dieser Thematik ein. 

Volksinitiative

«Ja, zur medizinischen Versorgungssicherheit»

In diesem Kontext hat eine breite Allianz aus Apothekerschaft, Ärzteschaft, Drogisten, Pharmaindustrie, Pharma-Grossisten, Labormedizin und Konsumentenorganisationen im April 2023 die Volksinitiative «Ja, zur medizinischen Versorgungssicherheit» lanciert. Die Initiative will die Versorgung mit wichtigen Heilmitteln und medizinischen Gütern verbessern, indem:

  • eine Bundeskompetenz geschaffen wird statt 26 kantonaler Zuständigkeiten
  • der Standort Schweiz (Forschung, Entwicklung und auch Produktion und Lagerhaltung) gestärkt wird
  • zuverlässige Lieferketten aus dem Ausland geschaffen werden

Kontakt


Denise Hugentobler

Esperto in affari pubblici

+41 31 978 58 58