Notfallkontrazeption

In der Schweiz sind drei Notfallkontrazeptiva im Handel: zwei orale hormonelle Kontrazeptiva (Levonorgestrel 1,5 mg und Ulipristalacetat 30 mg) sowie ein Kupfer-Intrauterinpessar. Bei den oralen Präparaten spricht man auch von der «Pille danach». Sie können ohne Rezept in der Apotheke (oder bei anderen Gesundheitsfachpersonen) im Rahmen einer fachlichen Beratung bezogen werden. Das Kupfer-Intrauterinpessar hingegen bedingt eine ärztliche Konsultation.
Die Abgabe von Notfallkontrazeptiva in der Apotheke erfolgt unter der Verantwortung der Apothekerin oder des Apothekers im Rahmen einer fachlichen Beratung. Diese dient dazu, mögliche Kontraindikationen oder Interaktionen zu erkennen und den für die jeweilige Situation am besten geeignete Wirkstoff zu bestimmen. Gewisse Angaben für die Anamnese und für die von Swissmedic verlangte Dokumentation, kann die betroffene Frau im Vorfeld bereits selbst erfassen.
Die Abgabe der Notfallkontrazeption wird durch ein vertrauensvolles und wertungsfreies Beratungsgespräch begleitet, in welchem die Selbstbestimmung der betroffenen Person respektiert wird. Über die Anamnese hinaus ermöglicht das Beratungsgespräch, Frauen über potenzielle Nebenwirkungen und entsprechende Massnahmen sowie über die Verhütung in den folgenden Tagen zu informieren. Je nach Wunsch und Bedarf der betroffenen Personen können weitere Themen der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zur Sprache kommen. Das Gespräch findet unter Bedingungen statt, die Diskretion gewährleisten.
Bei der Abgabe der Notfallkontrazeption stützt sich die Apothekerschaft auf die Empfehlungen der Interprofessionellen Expert:innengruppe Notfallkontrazeption (IENK). Die Empfehlungen beruhen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und klinischen Erfahrungen. www.ienk.ch.
- Abgabeprotokoll der oralen Notfallkontrazeption
- Protocole pour la remise de la contraception d'urgence orale
- Protocollo di dispenzaione per la contraccezione orale demergenza
- Dispensing protocol for oral emergency contraception
- Informationen für betroffene Personen
Kontakt
Eva von Wartburg
Wissenschaftliche Mitarbeiterin Abteilung Innovationen - Team Wissenschaft und Dienstleistungen
