Fakten und Zahlen der Schweizer Apotheken 2025

Auf dieser Seite
- Beratung, Begleitung, Behandlung – und Prävention
- Schweizer Apothekendichte
- Verbandsbindung und Kooperationen
- Apotheken und ihr grosses Potenzial
- Kantonale Unterschiede verhindern einheitliches Impfangebot in den Apotheken
- Hoch qualifiziert für die Gesundheitsversorgung
- Beruf und Studium fest in weiblicher Hand
- Förderung des Marktanteils von Generika und Biosimilars
- Apotheken: unverzichtbar und kostendämpfend
- Das Tarifwerk LOA als Grundlage für die Abgeltung von Apothekenleistungen
- Lösung für mangelhafte Medikamentenadhärenz
- Die Medikamentenabgabe im Mittelpunkt der Tätigkeit der Apotheken
- Versorgungsengpässe bei Medikamenten bleiben ein Problem
Beratung, Begleitung, Behandlung – und Prävention
Wohlbefinden, Gesundheit, Prävention, Krankheit …: Die Apotheke berät, behandelt und begleitet. Und nicht zu vergessen: Die Apothekerinnen und Apotheker sind die Medikamentenspezialistinnen und -spezialisten!
In der Apotheke erhält die Bevölkerung schnelle und kompetente Unterstützung bei Fragen rund um Wohlbefinden, Gesundheit, Krankheit und Medikamente – und das ganz ohne Termin. Apotheken sind eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um die Gesundheit geht. Viele einfache Gesundheitsanliegen lassen sich unkompliziert und direkt in der Apotheke besprechen und lösen. Auch im Bereich der Prävention, wie beispielsweise beim Impfen, stehen in der Apotheke zahlreiche medizinische Dienstleistungen zur Verfügung. Die Kompetenz von Apothekerinnen und Apothekern als Medikamentenspezialistinnen und -spezialisten umfasst mehrere wichtige Aspekte: Sie verfügen über fundiertes Wissen in Pharmakologie, Chemie und biomedizinischen Wissenschaften, was es ihnen ermöglicht, das Ziel des Medikamenteneinsatzes zu verstehen, ihre Wirkungen zu erklären und mögliche Wechselwirkungen zu erkennen. Somit sind Apothekerinnen und Apotheker essenzielle Partnerinnen und Partner im Gesundheitswesen, die mit ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten zur Sicherheit und Wirksamkeit von Arzneimitteltherapien beitragen.
In der Schweiz stehen der Bevölkerung 1’816 Apotheken als verlässliche erste Anlaufstelle zur Verfügung. Mit ihrer breiten geografischen Verfügbarkeit und kundenfreundlichen Öffnungszeiten sind sie leicht zugängliche Leistungserbringer der Grundversorgung und fest in das öffentliche Gesundheitssystem integriert.
Häufigste Apotheken-Dienstleistungen in der Übersicht
Präventionsmassnahmen und Gesundheit erhalten
- Impfungen und Impfberatung
- Darmkrebsvorsorge
- Herz-Kreislauf-Screening
- Blutdruck-, Blutzucker- und Cholesterinmessungen
- Rauchstoppberatung
- HIV-Tests
- Gesundheitsberatung
- Beratung spezifisch in Schwangerschaft, Stillzeit und Kindheit
- Diabetesberatung
- Ernährungsberatung
- Reisemedizinische Beratung
- Hausapotheke
- Inkontinenzprodukte
Behandeln und versorgen
- Notfallverhütung
- Wundversorgung
- Abgabe nach Dokumentation von gewissen rezeptpflichtigen Medikamenten (Liste B+ der Apotheke)
- Abgabe von rezeptpflichtigen Arzneimitteln ohne Verschreibung in begründeten Fällen
- Arzneimittelherstellung
- Komplementärmedizin/Phytotherapie
- Kompressionsstrümpfe
- Antidotbehandlungen
Gesundheitsprobleme rasch abklären
- Konsultation in der Apotheke
- Triage und Weiterleitung
- Rachenabstriche
- Otoskopie
- Urinanalysen
- Zeckenentfernung
- Läusekontrolle
Medikamente sicher und nachhaltig anwenden
- Medikationsanalyse
- Wechselwirkungs-Checks
- Therapiebegleitung und Förderung der Therapietreue (z.B. myCare Start, Antibiotika-Beratung)
- Generikasubstitution
- Erklärung von Wirkungen und Nebenwirkungen
- Anwendungserklärungen
- Medikamentenentsorgung
Im Alltag begleiten
- Notfalldienst
- E-Rezept
- Elektronisches Patientendossier
- Heimbetreuung
- Verblisterung und Dosiersysteme
- Suchtbehandlungen
- Kaliumiodid-Tabletten (Notfallversorgung)
Quelle: pharmaSuisse
Schweizer Apothekendichte
Der Schweizer Bevölkerung stehen 1’816 Apotheken zur Verfügung, die einen niederschwelligen Zugang bei vielen Gesundheitsfragen bilden. Mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten (auch an Wochenenden) ermöglichen die Apothekenteams die Versorgungssicherheit sowohl mit Medikamenten als auch mit Artikeln der Mittel- und Gegenstandsliste und entlasten nicht nur Hausärztinnen und Hausärzte, sondern auch Notaufnahmen und Spitäler – insbesondere bei einfacheren Fällen. Die geografische Abdeckung über alle Landesteile ist unterschiedlich und resultiert aus unterschiedlichen Faktoren wie Einwohnerzahl und Fläche. Ein Dichte-Unterschied zwischen Ballungszentren und ländlichen Gebieten ist ersichtlich, aber der wichtigste Faktor ist das Selbstdispensations-Regime.
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Apotheken
sind für die Bevölkerung in der Schweiz die praktische Anlaufstelle bei allerlei gesundheitlichen Fragen.
Vergangenes Jahr zählte die Schweiz auf 100'000 Einwohner/innen rund 20 Apotheken. Das entspricht 5'024 Einwohner/innen pro Apotheke. Im internationalen Vergleich ist das ein bescheidenes Ergebnis: Der europäische Durchschnitt liegt bei 31 Apotheken pro 100'000 Einwohner/innen.
An pharmaSuisse angeschlossen
Nicht an pharmaSuisse angeschlossen
Anzahl Einwohner/innen pro Apotheke
Anzahl Apotheken pro 100'000 Einwohner/innen
In Kantonen, in denen die direkte Medikamentenabgabe durch Ärztinnen und Ärzte (SD-Gebiete) gänzlich oder zum Teil (MF) erlaubt ist, ist das Apothekennetz nicht mal halb so gross wie in Kantonen, die die Medikamentenabgabe ausschliesslich in der Apotheke vorsehen. Dieser Umstand erschwert der Bevölkerung den Zugang zum Gesundheitssystem bei einfachen Fällen, zur Selbstmedikation und zu vielen Präventionsdienstleistungen – besonders in ländlichen Gebieten, zu Randzeiten und an Wochenenden. Übrigens: Im europäischen Vergleich ist das Modell der Selbstdispensation der Schweiz einzigartig. Hauptgrund dafür, dass das in den restlichen Ländern nicht praktiziert wird, ist der Grundsatz «wer verschreibt, gibt nicht ab».
- «verschreibungspflichtig», Ärztinnen und Ärzte verschreiben die Medikamente, Patientinnen und Patienten holen diese in der Apotheke ab (Rx): 3327 Einwohner/innen pro Apotheke
- Selbstdispensation, Ärztinnen und Ärzte geben die Medikamente direkt in der Praxis ab (SD): 8559 Einwohner/innen pro Apotheke
- Mischform der beiden vorangehenden Abgaberegime (MF): 5754 Einwohner/innen pro Apotheke
Verbandsbindung und Kooperationen
Ende 2025 waren 1552 der 1816 Apotheken in der Schweiz, also 85 Prozent, Mitglied beim Schweizerischen Apothekerverband pharmaSuisse. Diese starke Mitgliederbasis zeigt deutlich, wie wichtig unser Verband für die berufliche, fachliche und politische Interessenvertretung der Apothekerinnen und Apotheker in der Schweiz ist.
Der Trend zu Kooperationen und Zusammenschlüssen setzt sich fort. Dadurch können Apotheken Synergien nutzen und Kosten senken. Ein Grossteil der inhabergeführten Apotheken sind inzwischen in Gruppierungen oder Einkaufsgemeinschaften organisiert. Dabei bleiben die Apothekerinnen und Apotheker trotz dieser Zusammenarbeit unabhängig und führen ihre Apotheken eigenständig. Etwas mehr als ein Drittel (38 %) sind Kettenapotheken.
Apotheken und ihr grosses Potenzial
Rund ein Drittel der Befragten hat im vorletzten Jahr mindestens einmal aufgrund von einer Beratung in der Apotheke auf einen Arztbesuch verzichten können. Besonders häufig war dies bei den unter 36-Jährigen der Fall – knapp die Hälfte (46 %) hat dies mindestens einmal getan, 16 Prozent sogar mehrfach innerhalb eines Jahres.
18 - 35
36 - 65
> 65
- Ja, mehrfach
- Ja, einmal
- Weiss nicht
- Nein
Apotheken helfen bei Versorgungsengpässen insgesamt am besten weiter:
In den meisten Fällen (68 %) erhielten die Betroffenen bei der Bewältigung dieser Situation Unterstützung in einer Apotheke. Im Zufriedenheitsvergleich schneiden die Apotheken gegenüber den Fachärztinnen und Allgemeinmediziner etwa gleich gut ab. Unabhängig von der gewählten Anlaufstelle fühlte sich die grosse Mehrheit gut unterstützt – neun von zehn Betroffene bewerten die Qualität der erhaltenen Beratung als gut bis sehr gut. Es zeigt einmal mehr, dass der Apotheker/die Apothekerin der/die Medikamentenspezialist/in ist.
Apotheke
Facharzt/-ärztin
Allgemeinmediziner/-in
- 6 - sehr gut
- 5
- 4
- Weiss nicht
- 3
- 2
- 1 - sehr schlecht
Dienstleistungen in der Apotheke: Ein grosses PLUS!
Apotheken bieten heute weit mehr als die Abgabe von Medikamenten: Sie sind fester Bestandteil der primären Gesundheitsversorgung und können durch ihr breites Dienstleistungsangebot einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des Gesundheitssystems leisten. Dieses Angebot wird von der Bevölkerung mehrheitlich positiv wahrgenommen – 83 Prozent bewerten es als angemessen.
Direkter Zugang zu Medikamenten und Impfungen:
Apothekerinnen und Apotheker dürfen seit 2019 unter bestimmten Voraussetzungen verschreibungspflichtige Arzneimittel direkt abgeben – ein Angebot, das bislang erst 13 Prozent der Bevölkerung genutzt haben. Mit der nationalen Kampagne «Grünes Licht für die Konsultation in der Apotheke» versuchen wir, die Bevölkerung noch besser über dieses Angebot zu informieren. Dennoch kann sich bereits jetzt mehr als die Hälfte der Befragten (52%) vorstellen, diese Möglichkeit künftig zu nutzen.
2022
2025
- Ja, ich habe dieses Angebot bereits genutzt
- Ja, ich habe davon gehört, aber das Angebot noch nicht selber genutzt
- Nein, das wusste ich nicht, werde es aber in Zukunft gegebnfalls nutzen
- Nein, das wusste ich nicht, ich habe aber auch kein Interesse an Angebot
Digitalisierung braucht Vertrauen
Die Zukunft des Medikamentenbezugs ist digital – der Kontakt mit den Apothekenteams bleibt aber wichtig. Drei Viertel der Bevölkerung vertrauen dem E-Rezept bereits heute, obwohl es bislang erst von rund jeder zehnten Person genutzt wurde. Gleichzeitig wünschen sich über die Hälfte der Befragten auch beim Online-Bezug rezeptpflichtiger Medikamente eine pharmazeutische Beratung. Die Ergebnisse verdeutlichen: Digitale Angebote werden geschätzt, persönliche Beratung bleibt jedoch ein zentraler Bestandteil einer sicheren Arzneimittelversorgung.
Kantonale Unterschiede verhindern einheitliches Impfangebot in den Apotheken
Das Impfangebot der Apotheken erfreut sich grosser Beliebtheit in der Schweizer Bevölkerung. Patientinnen und Patienten schätzen die Zeitersparnis durch diesen praktischen Service, da mittlerweile in allen Kantonen Apotheken Impfungen ohne Voranmeldung und Rezept anbieten. Eine Liste der Impfapotheken ist unter www.ihre-apotheke.ch/impfungen einsehbar.
Das unkomplizierte Impfangebot entlastet zudem die Arztpraxen, steigert die Impfrate und ist eine wichtige Stütze des Schweizer Gesundheitswesens. Eine Harmonisierung der kantonalen Bewilligungen gemäss der Empfehlung der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) wäre daher sehr wünschenswert. Dadurch könnten Apotheken in allen Kantonen Routineimpfungen für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene anbieten.
Dies würde etwa 7 Millionen Menschen in der Schweiz einen einfacheren Zugang zu Impfungen gegen Grippe, Zeckenenzephalitis (FSME), Hepatitis A und B ermöglichen – Leistungen, die zur medizinischen Grundversorgung gehören. Die Grundversicherung könnte diese Dienstleistung in der Apotheke endlich schon bald übernehmen. Das Gesetz tritt am 1. Januar 2027 in Kraft. Die Revision beinhaltet u.a. eine Gesetzesanpassung des Artikels 26 (KVG), welche es künftig den Apotheken ermöglichen wird, Massnahmen im Rahmen von nationalen oder kantonalen Präventionsprogrammen abzurechnen. Diese gesetzliche Anpassung wird also künftig z.B. eine direkte und Franchise befreite Abrechnung der Dienstleistung Impfen via Grundversicherung erlauben. Damit jedoch die Leistungen von der Grundversicherung vergütet werden können, muss mit den Krankenversicherern der Tarif abschliessend verhandelt werden.
Die Übersicht ist eine vereinfachte Darstellung. Die Richtlinien für die Impfung in Apotheken können von den Kantonen jederzeit geändert werden. Es gilt die Verordnungsdetails und Rahmenbedingungen pro Kanton zu beachten.
Hoch qualifiziert für die Gesundheitsversorgung
Apothekerinnen und Apotheker sind anerkannte Medizinalpersonen und spezialisierte Arzneimittelfachleute. Sie absolvieren ein fünfjähriges Masterstudium in Pharmazie, gefolgt von einem eidgenössischen Diplom. Zur Erlangung der Bewilligung zur privatwirtschaftlichen Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung und zur Abrechnung über die obligatorische Krankenpflegeversicherung (OKP) müssen die Apothekerinnen und Apotheker eine zweijährige Weiterbildung zur Fachapothekerin/zum Fachapotheker in Offizinpharmazie (bzw. einer dreijährigen Weiterbildung in Spitalpharmazie) absolvieren. Damit sind sie bestens qualifiziert, Apotheken als «Gesundheitszentren» zu führen.
Um das Fachwissen von Apothekerinnen und Apothekern noch besser zu nutzen, wurde das Heilmittelgesetz (HMG) angepasst. Seit 2019 dürfen sie in bestimmten Fällen nach durchgeführtem Anamnese- und Triagegespräch gewisse rezeptpflichtige Medikamente abgeben. Die Liste der Indikationen und der dafür zulässigen Arzneimittel wird umgangssprachlich oft «Liste B+» genannt. Ausserdem dürfen sie auch in begründeten Ausnahmefällen rezeptpflichtige Medikamente ohne ärztliche Verschreibung abgeben. In allen zuvor genannten Fällen müssen die Arzneimittel durch eine Apothekerin oder einen Apotheker persönlich abgegeben und dokumentiert werden.
Apothekerinnen und Apotheker erwerben heute bereits im Studium die Kompetenzen zum Impfen sowie zur Diagnose und Behandlung häufiger gesundheitlicher Probleme und Krankheiten. Vom Weiterbildungsangebot machen sie auch rege Gebrauch. Zwischen 2022 und 2025 gehörten der Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme sowie der Fähigkeitsausweis FPH Anamnese in der Grundversorgung durchgehend zu den beliebtesten Weiterbildungen.
2022
2023
2024
2025
- Eidg. Weiterbildungstitel Fachapotheker/in in Spitalpharmazie
- Eidg. Weiterbildungstitel /in in Offizinpharmazie
- Fähigkeitsausweis FPH Anamnese in der Grundversorgung
- Fähigkeitsausweis FPH Impfen und Blutentnahme
- Übrige
Beruf und Studium fest in weiblicher Hand
Sowohl das Pharmaziestudium wie auch die Berufsausübung in einer Offizin-Apotheke ist insbesondere bei Frauen sehr beliebt. Ihr Anteil betrug bei den eidgenössischen Studienabschlüssen im Jahr 2025 78 Prozent (159 Absolventinnen). Bei den Männern waren es 44 Absolventen. Das durchschnittliche Alter beim Diplomerwerb liegt bei 26 Jahren – sowohl bei Frauen wie auch bei Männern. Per 31.12.2025 waren insgesamt 7’561 Apothekerinnen und Apotheker mit erteilter Bewilligung zur Berufsausübung in eigener fachlicher Verantwortung im MedReg eingetragen. Davon hatten 2'319 Personen in mehr als einem Kanton eine Bewilligung. Rund 75% der Apotheker/innen mit erteilter Berufsausübungsbewilligung verfügten über ein eidgenössisches Diplom und mehr als 25% über ein anerkanntes Diplom. 75% der Bewilligungsinhaber/innen sind weiblich.
Das Durchschnittsalter der Apotheker/innen mit Berufsausübungsbewilligung beträgt rund 46 Jahre, wobei die Apothekerinnen im Schnitt 2,5 Jahre jünger sind als die Apotheker (45,8 Jahre gegenüber 48,3 Jahre). Die Statistik zeigt, dass es zwischen den 31- und 40-Jährigen sowie den 56- 60-Jährigen die meisten Berufstätigen gibt.
Um den Fachkräftemangel infolge bevorstehender Pensionierungen und dem zunehmenden Trend zur Teilzeitarbeit zu mildern, ist es besonders entscheidend, die Ausbildungsplätze in der Schweiz zu sichern. Im Jahr 2025 wurden 327 ausländische Pharmazie-Diplome anerkannt, wobei die meisten aus Frankreich (93), Deutschland (60) oder Italien (56) stammen. Dabei beträgt der Frauenanteil 70%. Im gleichen Zeitraum wurden 203 eidgenössische Diplome nach erfolgreichem Abschluss eines Pharmaziestudiums verliehen.
In den Schweizer Apotheken sind Apotheker/innen aus dem Ausland nicht mehr wegzudenken. Es ist absolut notwendig, die Ausbildungsplätze sowohl in der Aus- wie auch in der Weiterbildung zu erhöhen und dafür vom Staat finanzielle Unterstützung zu erhalten.
Förderung des Marktanteils von Generika und Biosimilars
In den vergangenen Jahren stieg der Marktanteil der Generika und Biosimilars kontinuierlich. Dieser Trend verstärkte sich 2024 aufgrund der Massnahmen des Bundesrats zur Förderung der Substitution von Originalpräparaten durch kostengünstigere Alternativen. Die Apotheken tragen aktiv zu diesen Anstrengungen bei, indem sie im Rahmen der Möglichkeiten kostengünstigere Generika und Biosimilars anstelle der teureren Referenzprodukte abgeben.
Die Schweiz wird häufig wegen ihrer geringen Verbreitung von Generika und Biosimilars kritisiert. Das erklärt sich jedoch daraus, dass für jedes zweite SL-Medikament (von insgesamt 144 Millionen Packungen), das 2025 von Apotheken, Spitälern und Arztpraxen abgegeben wurde, hierzulande noch kein Generikum und Biosimilar verfügbar ist, hauptsächlich aufgrund des Patentschutzes oder fehlender Alternativen auf dem Markt.
Im Bereich der Arzneimittel, für die es in der Schweiz Alternativen gibt, werden knapp 73 % Generika abgegeben, was für einen konsequenten Einsatz verfügbarer Alternativen spricht. Das Potenzial bei den Biosimilars ist jedoch noch gross. Diese dürfen erst seit 2024 in Apotheken abgegeben werden und auch hier stehen die Möglichkeiten in engem Zusammenhang mit dem eingeschränkten Marktangebot.
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Aufgrund von Rundungen ergibt die Summe nicht genau 100 %.
Der Anteil der Produktgruppen wurde auf der Basis der Zahl der abgegebenen Arzneimittelpackungen ermittelt. Der Generikaanteil ergibt sich aus dem Anteil der Generika am generikafähigen Markt. Gleiches gilt für den Biosimilaranteil.
Apotheken: unverzichtbar und kostendämpfend
2024 stiegen die Gesundheitskosten in der Schweiz um 2,4 % auf 97 Milliarden Franken. Dies entspricht Gesundheitsausgaben von rund 924 Franken pro Monat und Einwohner/in. Spitäler sowie Alters- und Pflegeheime verursachen knapp die Hälfte der Gesundheitskosten. Ein weiteres Viertel ist den Arzt- und Zahnarztpraxen sowie anderen ambulanten Einrichtungen zuzurechnen.
Der Anteil der Kosten, der dem Apothekenbereich zugeschrieben wird, ist 2024 mit 7 % stabil geblieben. Hingegen ist darin auch jener Anteil der Preise für Arzneimittel und Medizinprodukte enthalten, der an die Hersteller geht. Zieht man diesen Teil ab, sind nur 2,16 % der gesamten Gesundheitskosten direkt dem Apothekenkanal zuzurechnen für die Medikamentenabgabe, die Beratung und weitere Apothekendienstleistungen. Dieser geringe Prozentsatz beweist, wie sehr sich die Apotheken für die Kostendämpfung im Gesundheitswesen einsetzen, ohne jedoch die Qualität der Begleitung der Bevölkerung zu vernachlässigen.
Das Tarifwerk LOA als Grundlage für die Abgeltung von Apothekenleistungen
Der 2001 eingeführte Tarifvertrag LOA (Leistungsorientierte Abgeltung) regelt die Vergütung von Leistungen der Apothekerinnen und Apotheker bei der Abgabe von ärztlich verordneten Medikamenten, deren Kosten von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung übernommen werden.
2025 erbrachten die Apotheken in der Schweiz 89 Millionen LOA-Leistungen, was einer Zunahme von 3,5 % im Vergleich zu 2024 entspricht. Knapp 97 % dieser Leistungen betrafen die Tarifpositionen «Medikamenten-Check» und «Bezugs-Check» und generierten damit einen Umsatz von 383 Millionen Franken. Gemäss dem LOA-IV-Vertrag haben die Apotheken 2025 den Versicherern einen Effizienzbeitrag von 50 Millionen Franken gewährt. Seit über 20 Jahren führen die Apotheken einen Teil ihrer Vergütung in Zusammenhang mit der Abgabe von rezeptpflichtigen Medikamenten an die Krankenkassen ab. In Summe beläuft sich dieser Beitrag auf eine Milliarde Franken pro Jahr.
Der am 1. Januar 2026 in Kraft getretene Vertrag LOA V bringt mehrere Verbesserungen, die den Patientinnen und Patienten im Allgemeinen und den Bewohnenden von Alters- und Pflegeheimen im Besonderen zugutekommen. Zudem fördert er die Abgabe von Biosimilars. Obwohl der Tarif LOA V neue Leistungen umfasst, wahrt er das Prinzip der Kostenneutralität und belastet die Prämienzahlerinnen und Prämienzahler nicht zusätzlich.
- Medikamenten-Check: CHF 4.30 pro verordnetem Medikament
- Bezugs-Check: CHF 3.25 pro Arzt und pro Tag, unabhängig von der Anzahl Packungen
- Weitere LOA-Leistungen: Wochendosiersystem, Generika-Substitutionspauschale, Teilmengenabgabe, Einnahmekontrolle, Notfalldienst, Methadonabgabe
Lösung für mangelhafte Medikamentenadhärenz
Die Apothekendienstleistungen leisten einen Beitrag zur Kostendämpfung und gewährleisten gleichzeitig die Patientensicherheit und Versorgungsqualität.
Menschen mit chronischen Erkrankungen halten ihre medikamentöse Therapie oft nur schlecht ein. Nur 40 % der in der Schweiz lebenden Diabetikerinnen und Diabetiker nehmen ihre Medikamente korrekt ein. Nur rund die Hälfte der Patientinnen und Patienten nehmen nach einem Herzinfarkt ihre Blutverdünner und Blutdrucksenker korrekt ein, obwohl eine gute Therapieadhärenz das Sterblichkeitsrisiko sowie die Gefahr weiterer schwerer Herzkreislaufereignisse senkt.
Die Rolle der Apothekerinnen und Apotheker bei der Optimierung der Medikamentenadhären ist entscheidend
Der Schweizerische Apothekerverband entwickelt neue Dienstleistungen, mit denen die Therapieadhärenz von Personen verbessert wird, welche ein neues Medikament gegen eine chronische Erkrankung einnehmen, sowie zur Unterstützung von Menschen mit Bluthochdruck.
Die Medikamentenabgabe im Mittelpunkt der Tätigkeit der Apotheken
2025 haben öffentliche Apotheken und Versandapotheken rund 134 Millionen Medikamentenpackungen abgegeben, wobei das Volumen insgesamt stabil blieb (+0,8 % gegenüber 2024). Mehr als die Hälfte dieser Arzneimittel (54 %) waren verschreibungspflichtig (Rx). Beinahe alle diese Medikamente werden von den Krankenkassen vergütet, ausgenommen sind 3%, die nicht auf der Spezialitätenliste (SL) aufgeführt sind. Diese Medikamente können von den Zusatzversicherungen oder in bestimmten Fällen gemäss Artikel 71 KVG von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen werden.
Abgesehen von der Kostenübernahme unterstreicht die Abgabe von Medikamenten (mit oder ohne Rezept), wie wichtig die Beratung in der Apotheke ist. Durch die Überprüfung der Verschreibungen und die Begleitung der Bevölkerung tragen die Apothekenteams zu einer sicheren und adäquaten Anwendung von Arzneimitteln bei. Die fortlaufende Weiterentwicklung von Apothekendienstleistungen stärkt auch die Rolle der Apotheken als wohnortnahe erste Anlaufstelle der Grundversorgung.
Die Medikamente auf der Spezialitätenliste (SL) werden bei ärztlicher Verschreibung von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) übernommen.
Versorgungsengpässe bei Medikamenten bleiben ein Problem
Der Schweizerische Apothekerverband pharmaSuisse ist besorgt über die anhaltenden Versorgungsengpässe und -lücken im Arzneimittelbereich, die auf besorgniserregendem Niveau verharren. Obwohl die Behörden gewisse Massnahmen ergriffen haben, bleiben diese angesichts der Tragweite des Problems ungenügend. Vor diesem Hintergrund bleiben die Apothekerinnen und Apotheker gefordert, therapeutische Alternativen zu finden, die Kontinuität der Behandlungen zu gewährleisten und Patientinnen und Patienten zu beruhigen. Diese Arbeit entspricht einem Aufwand von rund 12 Stunden pro Woche für die Apothekenteams, ein Aufwand der finanziell nicht vergütet wird.
Der direkte Gegenentwurf des Bundesrats zur Volksinitiative «Ja zur medizinischen Versorgungssicherheit» ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht jedoch nicht aus. Insbesondere sieht er keine konkreten Massnahmen zur Stärkung der Substitutionskapazitäten vor. Die Revision der Arzneimittelliste mit Tarif (ALT) ein wichtiger Hebel, damit Apotheken rasch Alternativen herstellen können, wenn ein Arzneimittel nicht mehr verfügbar ist. Die Debatten im Bundeshaus werden mit Spannung verfolgt.
- Anzahl nicht lieferbare Medikamente
Die Anzahl Lieferengpässe hat in den letzten Jahren stetig zugenommen und stagniert auf hohem Niveau. Man geht heute davon aus, dass die vorübergehende Entspannung während der Pandemie darauf zurückzuführen war, dass sich die Bevölkerung in dieser Zeit an die geltenden Hygienemassnahmen und die Maskenpflicht hielt und die Menschen daher weniger oft erkrankten. Auch war der Zugang zu Arztpraxen nur eingeschränkt möglich und nicht notwendige operative Eingriffe wurden verschoben. Zudem haben sich viele Menschen zu Beginn der Pandemie Medikamentenvorräte angelegt.
0 – 5
5 – 10
10 – 15
15 – 20
20 – 30
30 – 50
50 – 100
100 – 300
300 – 1000
1000 – ∞
Versorgungsengpässe betreffen alle Medikamentenklassen, jedoch ist die Situation bei kostengünstigen Medikamenten, die vor allem im ambulanten Bereich von Arztpraxen und Apotheken abgegeben werden, besonders dramatisch.
